Lassen

 

 

In Liebe loslassen, weil von der andern Seite keine Bereitschaft vorhanden ist, heißt auch im Vertrauen übergeben.

 

Eine andere Sache ist wohl loszulassen, weil man nicht mehr weiter sieht und sich der Aufgabe nicht stellen will. Immer wieder werden wir vom Leben in die gleiche Situation geführt. Beim näher hinschauen aber merken wir, dass wir diese Situation anziehen wie ein Magnet und das, weil die Zeit reif ist für eine Lösung. Unser Sein möchte endlich weiter wachsen und so bemüht es sich, neue Lektionen zu bringen, um unsere Aufmerksamkeit nach innen zu richten. Wenn wir aufmerksam sind, uns öffnen und jeden Tag neu uns mit der unendlichen Liebe verbinden, so erkennen wir auch, dass jede Aufgabe zum richtigen Zeitpunkt auf uns zukommt, denn WIR sind es, die Raum dazu geben und es auch tatsächlich für unser Wachstum benötigen. Deshalb inszenieren wir Geschichten um den Prozess des Reifens zu ermöglichen. Wenn wir uns aber verschlissen, so verschlissen wir uns nicht nur vor uns selbst, sondern lassen auch nicht zu, dass unser Sein hinwächst zur wahrhaftigen Liebe.

 

Eine Veränderung braucht Kraft und ist auch unbequem, weil viel Neues und auch Unbekanntes damit verbunden ist. Diese Erneuerung brauchen wir um unser Hiersein zu verstehen, um Klarheit über unsere Aufgabe zu bekommen und  um unserem Lebensplan zu folgen. Wenden wir uns von den für unser Wachstum kreierten Lebensaufgaben ab, so heißt das, wir wollen unserem Dasein keine Beachtung schenken, somit lehnen wir uns selber ab.

 

Es gibt sicher Situationen wo die Zeit nützlich ist, wo wir Zeit brauchen um Beruhigung in eskalierte Auseinandersetzungen zu bringen, ja auch Zeit zum Heilen. Förderlich ist bestimmt nicht, eine Haltung einzunehmen die meint, dass die Zeit alles heilt. So entziehen wir uns der Aufgabe, die das Leben uns kreiert hat, um eine Einsicht zu gewinnen und so wird eine Wiederholung schon sehr bald auf uns zukommen. Wir können uns auch entschuldigen, dass wir noch Zeit benötigen und uns so, ein weiteres Mal von uns selbst abzulenken. Auch das ist erlaubt; die universelle Liebe ist bedingungslos, sie lässt alles zu, denn um etwas zu erkennen, sollten wir es erst tun. Wenn wir erst mal begreifen - wie wir uns anstrengen, wie viele Ausreden und Entschuldigungen wir einschieben um unserem Inneren zu entfliehen, dann werden wir uns ohne zu zögern der Aufgabe stellen.

 

Liebe heißt aber nicht, mit allem einverstanden zu sein, oder alles zu bejahen und zu akzeptieren. Liebe verlangt ein genaues Hinschauen, eine offene Haltung und klares handeln ohne Emotionen. Für viele Menschen ist dies unangenehm und so nicht erwünscht. Es soll uns aber nicht abhalten oder irritieren, denn wenn wir aus dem Herzen agieren, so ist die Quelle rein, es spiegelt unserem Gegenüber lediglich sein Denken. Wenn unser Gegenüber sich dieser Liebe – was auch heisst sich selber - nicht öffnen kann, weil ihm sein Verstand und die angelernte Höflichkeit im Weg steht, kann Verständnis mehr bewirken als ein Gespräch und somit ist es auch sinnvoll es zu lassen. Die Perlen der Liebe sind fruchtbar und rollen ohne unsere Einmischung weiter, indem wir es bedingungslos leben. Durch das Lassen schenken wir auch Freiraum um wieder in die eigene Mitte zu gelangen.

 

margy