Spiel im Orchester des Lebens

 

         

Unser Dasein ist von uns selbst ausgewählt, auch wo und was stattfindet, denn hinter all dem steckt immer unser freier Wille. Dieser freie Wille ist an die bedingungslose Liebe geknüpft, die die Urkraft alles Seins ist. Jeder von uns kann sich grenzenlos von dieser Schöpferkraft bedienen, denn sie ist in allem und jedem vorhanden. Mit diesen Erkenntnissen durchs Leben zu gehen, ist eine Gnade und das Leben selbst erinnert uns täglich daran.

 

Sind wir bei uns und tief in uns verankert, so kann uns nichts geschehen, was nicht zu uns gehört. Wie schnell aber kann es passieren, dass ein Mensch der im selben Orchester spielt ganz anders wahrnimmt als die Übrigen es tun. Ja, wie kommt es überhaupt dazu, dass diese soeben vernommenen harmonischen Töne, die liebevoll uns in andern Sphären tragen und uns mit Glückseligkeit beschenken, für einen andern eine totale Katastrophe bedeuten. Dieser Eine konnte noch nicht mit seinem Herzen lauschen und hat diese liebevollen Töne nur über das Sinnesorgan Ohr und dem darüber verarbeitenden Verstand wahrgenommen. Wie aber kann man einem solchen Menschen erklären, wie eine Disharmonie oder ein sogenannter Fehler zu unserem alltäglichen Leben gehören; wie wertvoll es ist, auch bei einem gefundenen erkannten Misston, rein durch das Erkennen und die Einsicht daran, weiter zu üben und erst dadurch die Chance entsteht, einen vollendeten Klang zu entwickeln.

 

Geduld ? …….auch die Geduld des Orchester wird einen solchen Menschen, der immer nur im Verstand unterwegs ist, nicht davon abhalten können, seinen Platz woanders zu suchen. Die Liebe, die ihm aber in diesem Orchester zu Teil wurde, trotz den Misstönen, wird ihn weiter begleiten.

 

Im neuen Orchester,  das er eigens für sich gesucht hat und alles immer wieder nach den Proben bewertet wird, fühlt er sich wie angekommen. Alles ist genau auf das zugeschnitten, so wie er es für richtig hält und für seine Wahrnehmung stimmig ist.  - Was für ein Glück unter Seinesgleichen zu sein. Die täglich harten Proben mit den hohen Anforderungen an das perfekte Spiel lassen ihn vorübergehend im Glauben, dass es genau das ist, wonach er immer strebte. Bald schon aber bemerkt er und ertappt sich dabei, wie er sich das jeden Tag einredet. Es dauerte nicht lange bis zur Erkenntnis, das ihm was ganz wertvolles fehlte.

 

Um das zu finden,  was wir wirklich sind, können wir manchmal nur zwischen den Tönen hören, denn dieses Ohr hat nichts mit dem Verstand zu tun. Dies ist ein wunderbares Ohr, das uns weit über die Grenzen des Verstandes führt, hin zur schöpferischen bedingungslosen Liebe,

 

………die du immer in dir trägst

………die dir nie genommen werden kann

………du brauchst dich bloss zu erinnern

 

 

margy