Veränderung

 

 

Das Leben präsentiert uns so vielseitige Situationen, die wir je nach unserer Befindlichkeit einordnen.  Meist unbewusst hauchen wir den jeweiligen Geschehnissen eine Polarität ein. Gut oder schlecht, schön oder schrecklich, echt oder erfunden etc. Blitzschnell bewertet unser angelerntes System, ohne dass wir uns darüber Gedanken machen können. Die jeweilige Haltung drückt der Körper ganz deutlich aus… und das sind ganz ehrliche Momente.

 

Im Laufe des Heranwachsens können wir herausfinden, dass all diese erlebten Situationen wir selber kreieren, somit auch alles aus unserem Standpunkt heraus betrachten. Das wiederum lässt uns ins Staunen versetzen, wenn wir unserm Freund, Nachbar oder Partner erzählen, was wir gerade Wunderbares erlebt haben - das Gegenüber aber bei der Schilderung ganz ungläubig die Augen verdreht, weil es in einer absolut anderen Verfassung diese Geschichte aufnimmt und wir dabei auch nicht merken, wie oft in solchen Momenten ein Bruch entsteht. Emotionen sind nicht immer leicht zu transportieren und schaffen somit die Möglichkeit für Missverständnisse. Eine Verbindung, die bis anhin sehr angenehm, ja sogar freudig war…. finden wir ab sofort in Frage gestellt. 

 

Ein Partner will vielleicht noch Näheres erfahren, um es besser zu verstehen. Mitarbeiter, Bekannte oder Nachbarn versuchen das Infrage gestellte letztendlich mit Distanz zu umgehen und weichen zukünftig diesem Menschen oder solchen Situationen aus. Dass das Ausweichen aber mit uns selbst zu tun hat, darüber macht sich meist keiner Gedanken - sollten wir aber!- denn Ausweichen bewirkt lediglich das Verstärken dieser emotionalen nicht kontrollierbaren Momente. Da wir nie gelernt haben uns zu fragen, was es mit UNS zu tun hat und wir den Grund meist beim Auslöser suchen, lässt es uns auch nicht in Ruhe. Sobald wir an den Moment denken oder demjenigen begegnen, den wir inzwischen verantwortlich halten sowas ausgelöst zu haben, kommt die gleiche Spannung wieder hoch. Vielleicht wundern wir uns aber doch einmal…. wie kann eine so enorme Spannung entstehen, wenn wir gar nichts damit zu tun haben? ... Eine gute Frage.

 

Augenblicklich ist unser Verstand zur Stelle: hätte der Andere nicht sowas erzählt, wäre ich doch nicht so entsetzt gewesen… und genau mit so einem Gedanken wird es erneut beiseitegeschoben. Das dieses immer wiederkehrende ungute Gefühl aus früheren Geschichten stammt oder mit unserer angepassten Erziehung zu tun hat… über sowas wird nicht nachgedacht und schon gar nicht darüber gesprochen.

 

Wenigen Menschen wird aber klar, dass alles woran wir Teil haben auch immer mit uns selbst  zu tun hat. Dies ist ein unwiderrufliches, geistiges Gesetz.

 

Da es manchmal sehr…. ja wirklich S E H R  ein intensives nach innen gerichtetes Lauschen benötigt, um herauszufinden, woran und woher ein solcher missverstandener Moment entsteht und was mein Anteil an dieser Geschichte sein soll… ist es einfacher mit dem Gedanken abzuhacken; wenn der andere nicht gesagt hätte, dann wäre das nicht passiert… erledigt!

 

Wie aber sieht es aus, wenn wir ganz neu mit dem Bewusstsein, dass es mit mir und nur mit mir zu tun hat, versuchen, bei einer der nächsten Situationen herauszufinden, warum es zu keiner Übereinstimmung kommen kann… dann finden wir unglaubliches heraus; nämlich dass wir uns ja gar nie mit uns befassen.

 

Wie wird es wohl sein, wenn wir uns mit UNS befassen und nicht mehr mit den Andern?

 

Es wird sich verändern… es wird sich sogar sehr vieles verändern!!!!

 

margy